Gründung

Die Fundación Pueblo ( dt.: Dorfstiftung) wurde am 18. Februar 1991 im bolivianischen Andendorf Yanacachi gegründet. Dies ist eine der historischen Kreishauptstädte der Provinz Süd Yungas in den Andentälern von La Paz. Die bolivianische Regierung hat die Fundación Pueblo 1992 per Präsidentialdekret Nr. 210445 als gemeinnützige Stiftung anerkannt. Sie wurde gemäß des Gesetzes Nr. 351 zur Anerkennung von Rechtspersonen im Jahr 2013 auch im neuen bolivianischen Autonomie-Ministerium registriert.

Die Stiftung ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig. Das wurde in den Statuten fest verankert.

Keine Rockefeller-Stiftung

Das von den Gründern eingebrachte Stiftungsvermögen besteht aus zwei kleinen Gebäuden in Yanacachi: Ein Haus direkt am Dorfplatz, das bis zum heutigen Tage als Dorfdienstleistungsbüro genutzt wird, und dem „Haus des Lehrers“, das im Laufe der Stiftungsgeschichte verschiedene soziale Funktionen im Dorf erfüllen konnte. Durch das Engagement der Freunde und Förderer ist vor einigen Jahren ein mehrgeschossiges Haus in El Alto vor den Toren der Stadt La Paz hinzugekommen, das als Herberge und Begegnungszentrum für Frauen vom Land genutzt wird. Die Mittel für die Durchführung der Programme und Projekte stammen aus laufenden Spenden und besonderen Zuwendungen der Gründer, Freunde und Partnerorganisationen der Fundación Pueblo.

Transparenz und Partizipation

Der Vorstand der Stiftung setzt sich aus den beiden Gründungsmitgliedern Günther Schulz-Heiss und Barbara Heiss sowie einem Vertreter des Landkreises Yanacachi zusammen. Den Statuten entsprechend wird dieser von den Bewohnern des Heimatlandkreises der Fundación Pueblo für jeweils zwei Jahre aus ihrer Mitte gewählt. Der Exekutivdirektor, der für die Leitung der täglichen Stiftungsarbeit verantwortlich ist, wird vom Vorstand für eine ebenfalls zweijährige Amtsdauer berufen. Er legt dem Vorstand Jahrespläne vor und berichtet über deren Umsetzung.

Um die Partizipation der Zielgruppen, die Transparenz und “Erdung“ der Stiftung sicher zu stellen findet jährlich eine öffentliche Versammlung der Fundación Pueblo in Yanacachi statt. Alle Mitarbeiter der Stiftung legen dann Rechenschaft über die Projektaktivitäten im Vorjahr ab und nehmen Vorschläge für neue Initiativen entgegen. Dieses Verfahren ist in den Statuten verankert und  für Nichtregierungsorganisationen recht ungewöhnlich.

Anerkennung hüben und drüben

An den Wänden des Stiftungsbüros in Yanacachi hängen viele Schreiben und  Anerkennungsurkunden von unseren Zielgruppen, Partnerorganisationen und Gemeindevertretern, die  20 Jahre kontinuierliche Arbeit vor Ort widerspiegeln. Eine regelmäßige Berichterstattung in den bolivianischen Medien zeugt von der Anerkennung der Arbeit der Stiftung in Bolivien.

Von der Regionalorganisation der Vereinten Nationen CEPAL wurde das Stiftungsprogramm „Zugang zu Primarschulbildung – Schülerpension in Gastfamilien“ 2007 als eine der besten sozialen Innovationen Lateinamerikas prämiert (vgl. PDF von UNICEF, in spanisch). 2014 wurden die Gründer der Fundación Pueblo von Bundespräsident Gauck für ihr zivilgesellschaftliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet (lesen Sie dazu einen Artikel des Newsletters der Deutschen Botschaft La Paz).

Gründungsmitglieder und Vorstand

Die Fundación Pueblo wurde von zwei deutschen Staatsbürgern, Barbara Heiss und Günther Schulz-Heiss, gegründet. Die Sonderpädagogin und der Volkswirt hatten in mehrjährigen Arbeitsaufenthalten in Bolivien das Land und seine Menschen kennen und lieben gelernt. Sie unterstützten Selbsthilfeeinrichtungen in Yanacachi – Elterngruppen, Frauenvereine, Bauernschaften und regten die Gemeindeentwicklung an.

Diese Initiativen, der sich ähnlich motivierte Freunde in Bolivien und in Deutschland anschlossen, mündeten 1991 im Erwerb von zwei einfachen Häusern im Dorfzentrum, die als Zeichen der Dauerhaftigkeit des Engagements einer neuen, bolivianischen Rechtsperson übertragen wurden:  der Fundación Pueblo.

Das Engagement der Stiftungsgründer ist bis zum heutigen Tage ehrenamtlich. Es wurde 2014 von Bundespräsident Gauck mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt.

Der Vertreter des Landkreises Yanacachi ist derzeit – ebenfalls ehrenamtlich –  Reynaldo Uría, der sich seit Jahrzehnten für die Entwicklung seines Heimatlandkreises stark macht und bereits mehrfach das Vertrauen der Vollversammlung der Fundación Pueblo gewinnen konnte. Er sorgt auf Vorstandsebene für Partizipation und „Erdung“ der Fundación Pueblo bei den Zielgruppen und ist ein wichtiger Garant der Transparenz der Stiftungsarbeit.

Der Gesamtvorstand der Stiftung bei der Vollversammlung in Yanacachi

Der Gesamtvorstand der Stiftung bei der Vollversammlung in Yanacachi (von links: Günther Schulz-Heiss, Barbara Heiss, Reynaldo Uria)

Spendenaktion

Fundación Pueblo 2017, La Paz.
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